Schurwolle: Eigenschaften, Herkunft und warum Swisswool anders ist

Schurwolle wird ausschliesslich von lebenden Schafen geschoren — im Gegensatz zu recycelter Wolle, Schlachtwolle oder der Wolle verendeter Tiere. Weltweit werden so jährlich rund 2,2 Millionen Tonnen in etwa 100 Ländern produziert; ein einzelnes Schaf liefert bei der jährlichen Schur rund 4 bis 4,5 kg Wolle. Was diese Faser für ein Duvet interessant macht, ist weniger ihre Herkunft als ihre Eigenschaften — und genau die unterscheiden sich stark, je nachdem, welche Wolle verwendet wird.

Wie wird Schurwolle beurteilt?

Vier Kriterien entscheiden über die Qualität einer Wolle: Faserfeinheit, Reinheit, Faserlänge und Faserfestigkeit. Die Feinheit variiert dabei stark nach Herkunft — deutsche Wolle misst im Schnitt 28,5 bis 38 Mikrometer, australische Wolle 19,5 bis 21,5 Mikrometer, während neuseeländische Wolle als besonders hochwertig gilt. Wichtig zu wissen: Die Bezeichnung "Wolle" allein sagt laut Textilkennzeichnungsgesetz nichts über die Qualität aus — sie verweist lediglich auf Fasern vom Schaf oder Schaf-Mischgewebe.

Andere Wollarten im Überblick

Neben klassischer Schafwolle gibt es eine Reihe weiterer Naturfasern, denen jeweils eigene Eigenschaften nachgesagt werden:

  • Merinowolle: mit 40 bis 120 mm Faserlänge die feinste und weichste Schafwolle.
  • Kaschmir: von Ziegen, 15 bis 19 Mikrometer fein, entsprechend teuer.
  • Alpaka: von Alpakas, leicht und wärmend.
  • Mohair: von Angoraziegen, glänzend und strapazierfähig.
  • Qiviut: die Unterwolle des Moschusochsen, bis zu achtmal wärmer als gewöhnliche Schafwolle, aber kaum verfügbar.

Für unsere Duvets setzen wir bewusst auf keine dieser Spezialfasern, sondern auf eine regionale Alternative: Swisswool. Warum, erklärt der Rest dieses Artikels.

Die Eigenschaften von Schurwolle

Was Schurwolle für Bettwaren so geeignet macht, sind vor allem vier Eigenschaften:

  • Temperaturregulierung: Die gekräuselte Faserstruktur schliesst Luft ein und schafft so eine natürliche Isolationsschicht, die Wärme hält, ohne zu stauen.
  • Feuchtigkeitsmanagement: Wolle kann bis zu 33 Prozent ihres Trockengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich klamm anzufühlen, und gibt diese schneller wieder ab als etwa Baumwolle.
  • Geruchsresistenz: Wolle nimmt Schweiss- und Körpergerüche kaum an und wird durch simples Lüften wieder frisch — ein selbstreinigender Effekt, der auch erklärt, warum Wollduvets seltener gewaschen werden müssen.
  • Elastizität: Die Faser ist dehnbar und knittert kaum, was Form und Bauschkraft über Jahre erhält.

Eine einzelne Wollfaser misst dabei typischerweise 16 bis 40 Mikrometer im Durchmesser und 4 bis 14 cm in der Länge — die genaue Feinheit entscheidet direkt darüber, wie weich sich ein Duvet anfühlt.

Warum reguliert Wolle die Temperatur so gut?

Der Schlafkomfort hängt entscheidend davon ab, wie gut ein Material Temperatur und Feuchtigkeit ausgleicht: Die ideale Bettdecke hält warm, ohne dass man ins Schwitzen gerät. Wie viel Wärme ein Körper dabei selbst produziert, ist individuell sehr unterschiedlich — ein Mensch mit 50 kg erzeugt beispielsweise nur rund 62 Watt Eigenwärme, jemand mit 110 kg dagegen rund 101 Watt. Das ist einer der Gründe, warum Wolle sich für so unterschiedliche Schläfer eignet: Sie reguliert, statt nur zu isolieren.

Besonders bei Kindern ist das relevant, da deren Temperaturregulierung noch nicht vollständig ausgereift ist. Die anpassungsfähigen Eigenschaften von Wolle helfen hier, während der Nacht ein gleichmässigeres Schlafklima zu halten und so auch das Durchschlafen zu unterstützen.

Swisswool: Wolle mit ökologischem Mehrwert

Schafhaltung in den Schweizer und österreichischen Alpen erfüllt seit der Jungsteinzeit eine ökologische Funktion: Die Tiere halten Alpweiden offen, die sonst verwalden würden. Wollverarbeitung selbst ist eine der ältesten Textiltechniken überhaupt und reicht rund 5'000 Jahre zurück.

Weil Schweizer Schafhaltung historisch auf Landschaftspflege statt auf Wollqualität ausgerichtet war, wurde ein grosser Teil der anfallenden Wolle lange gar nicht genutzt. Swisswool erfasst heute rund die Hälfte der in der Schweiz anfallenden Wolle und verarbeitet sie nachhaltig weiter — Wolle, die sonst häufig entsorgt worden wäre, findet so ihren Weg in unsere Duvets und Babyschlafsäcke.

Schurwolle bei Zizzz

Unsere Schafwollduvets mit Swisswool nutzen genau diese Eigenschaften: atmungsaktiv, temperaturregulierend und zu 100 Prozent natürlich. Wie Sie Ihr Wollduvet richtig pflegen, damit es diese Eigenschaften möglichst lange behält, zeigt unser Pflege-Ratgeber zum Duvet waschen.

Häufig gestellte Fragen

Ist Schurwolle kratzig?

Rohe Schurwolle kann kratzig wirken; bei Zizzz wird die Swisswool-Füllung deshalb mit feinem Bio-Baumwollbatist umhüllt, der sich weich und glatt anfühlt.

Ist Wolle für Allergiker geeignet?

Ja — Wolle ist von Natur aus hypoallergen und zieht durch ihre Luftdurchlässigkeit kaum Staub oder Hausstaubmilben an.