Die 6 Schlafpositionen und ihre psychologische Bedeutung im Detail

Die Idee, dass unsere Schlafposition etwas über unsere Persönlichkeit verrät, geht auf eine Umfrage des britischen Schlafforschers Chris Idzikowski aus dem Jahr 2003 zurück. Er unterschied sechs Schlafpositionen: Embryonalstellung, Baumstamm, Sehnsüchtiger, Soldat, Freier Fall und Seestern. Seiner Interpretation zufolge könnte jede dieser Positionen mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen zusammenhängen.

Bis heute gibt es jedoch keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege für diesen Zusammenhang. Betrachten Sie die Persönlichkeitsbeschreibungen deshalb lieber als unterhaltsames Gedankenspiel und nicht als zuverlässigen Persönlichkeitstest.

Ihre Schlafposition kann sich allerdings durchaus auf Ihr körperliches Wohlbefinden auswirken, insbesondere auf das Schnarchen sowie auf Beschwerden an Schultern und Handgelenken.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ursprung: Eine Umfrage aus dem Jahr 2003, die Chris Idzikowski unter Gästen einer britischen Hotelkette durchführte. Die Ergebnisse wurden weder im Peer-Review-Verfahren wissenschaftlich begutachtet noch unabhängig reproduziert.
  • Am häufigsten genannte Schlafposition: Die Embryonalstellung mit 41 % der Befragten. In dieser Umfrage kam sie bei Frauen doppelt so häufig vor wie bei Männern.
  • Arme über dem Kopf: Diese Haltung wird als Seestern-Position bezeichnet. Eine wissenschaftlich belegte psychologische oder spirituelle Bedeutung gibt es nicht. Bei Schulterproblemen kann sie jedoch unangenehm sein.
  • Schlafen auf dem Rücken: Kann bei manchen Menschen das Schnarchen fördern und eine obstruktive Schlafapnoe verschlimmern.
  • Babys: Ihre Schlafposition sagt nichts über ihre Persönlichkeit aus. Legen Sie Babys zum Schlafen immer auf den Rücken.

Woher stammen die 6 Schlafpositionen und ihre Bedeutungen?

Im Jahr 2003 befragte Professor Chris Idzikowski, damals Leiter des Sleep Assessment and Advisory Service in Grossbritannien, Gäste einer britischen Hotelkette zu ihren bevorzugten Schlafpositionen.

Die Teilnehmenden gaben selbst an, in welcher Position sie am liebsten einschliefen. Ihre Bewegungen während der Nacht wurden nicht objektiv gemessen.

Idzikowski teilte die Antworten in sechs Schlafpositionen ein und ordnete jeder davon ein bestimmtes Persönlichkeitsprofil zu.

Die Umfrage fand grosse Beachtung in den Medien. Ihre Ergebnisse wurden jedoch weder wissenschaftlich begutachtet noch von anderen Forschenden unabhängig bestätigt.

Die folgenden Prozentangaben beziehen sich ausschliesslich auf die Teilnehmenden dieser Umfrage und sind nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.

Auch die Persönlichkeitsbeschreibungen sind Interpretationen von Idzikowski und keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse.

SchlafpositionBeschreibungAnteil der BefragtenVon Idzikowski zugeordnete Persönlichkeitsmerkmale
EmbryonalstellungSeitlich zusammengerollt, Knie zur Brust gezogen41 %Sensibel, anfangs schüchtern
BaumstammAuf der Seite, Beine ausgestreckt, Arme am Körper15 %Gesellig, vertrauensvoll
SehnsüchtigerAuf der Seite, Arme nach vorne ausgestreckt13 %Offen, aber misstrauisch
SoldatAuf dem Rücken, Arme am Körper8 %Ruhig, zurückhaltend
Freier FallAuf dem Bauch, Hände am Kopf oder um das Kissen6,5 %Extrovertiert, kritikempfindlich
SeesternAuf dem Rücken, Arme über dem Kopf5 %Guter Zuhörer, bescheiden

Etwa 8 % der Befragten hatten keine feste Schlafposition und wechselten ihre Haltung, bis sie eine bequeme Position gefunden hatten.

1. Die Embryonalstellung: Sensibilität und das Bedürfnis nach Geborgenheit

Bei der Embryonalstellung schlafen Sie auf der Seite, rollen Ihren Körper leicht zusammen und ziehen die Knie in Richtung Brust.

In Idzikowskis Umfrage war dies mit 41 % der Teilnehmenden die am häufigsten genannte Schlafposition.

Innerhalb dieser Befragung kam sie bei Frauen ausserdem doppelt so häufig vor wie bei Männern.

Psychologische Bedeutung nach Idzikowski: Ein Mensch, der nach aussen stark wirkt, innerlich aber sensibel ist. Bei neuen Bekanntschaften erscheint er zunächst schüchtern, taut jedoch schnell auf, sobald er Vertrauen gefasst hat.

Auswirkungen auf den Körper: Wie andere seitliche Schlafpositionen kann die Embryonalstellung Menschen helfen, die vor allem in Rückenlage schnarchen.

Wer sich beim Schlafen sehr stark zusammenrollt, kann allerdings morgens mit einem steifen Rücken oder verspannten Hüften aufwachen.

Versuchen Sie in diesem Fall, die Beine etwas weniger anzuwinkeln, und legen Sie bei Bedarf ein Kissen zwischen die Knie.

2. Der freie Fall: Schlafen auf dem Bauch

Bei der sogenannten Freier-Fall-Position schlafen Sie auf dem Bauch. Die Hände liegen in der Nähe des Kopfes oder umfassen das Kissen, während der Kopf zur Seite gedreht ist.

Psychologische Bedeutung nach Idzikowski: Ein Mensch, der nach aussen offen und selbstbewusst wirkt, innerlich jedoch nervös und empfindlich gegenüber Kritik sein kann.

Auswirkungen auf den Körper: Beim Schlafen auf dem Bauch bleibt der Kopf oft mehrere Stunden zur Seite gedreht. Das kann zu Verspannungen und Steifheit im Nacken führen.

Ein sehr flaches Kissen oder der Verzicht auf ein Kopfkissen kann helfen, die Verdrehung des Nackens zu reduzieren.

3. Der Sehnsüchtige: Seitlich schlafen mit nach vorne ausgestreckten Armen

In dieser Position liegen Sie auf der Seite und strecken beide Arme vor Ihrem Körper aus.

Im Englischen wird diese Schlafposition als Yearner bezeichnet.

Psychologische Bedeutung nach Idzikowski: Ein aufgeschlossener, aber vorsichtiger Mensch, der manchmal etwas zynisch sein kann. Er nimmt sich Zeit für Entscheidungen, bleibt anschliessend jedoch meist dabei.

Auswirkungen auf den Körper: Wie andere seitliche Schlafpositionen kann diese Haltung Menschen helfen, die in Rückenlage schnarchen.

Wenn Ihre Arme während der Nacht einschlafen oder sich taub anfühlen, versuchen Sie, sie näher am Körper abzulegen.

4. Die Soldatenposition: Auf dem Rücken mit Armen am Körper schlafen

Bei der Soldatenposition liegen Sie flach auf dem Rücken und lassen Ihre Arme seitlich neben dem Körper ruhen.

Psychologische Bedeutung nach Idzikowski: Ein ruhiger, zurückhaltender Mensch, der unnötige Konflikte vermeidet und hohe Ansprüche an sich selbst und andere stellt.

Auswirkungen auf den Körper: In Rückenlage können die Zunge und das weiche Gewebe im Rachen leichter nach hinten sinken.

Dadurch kann das Schnarchen bei manchen Menschen verstärkt werden. Auch eine obstruktive Schlafapnoe kann sich verschlimmern, insbesondere wenn die Atemstörungen von der Schlafposition abhängen.

Das Schlafen auf der Seite kann in solchen Fällen helfen, die nächtlichen Atemprobleme zu reduzieren.

5. Die Baumstamm-Position: Seitlich schlafen mit Armen am Körper

Bei der Baumstamm-Position schlafen Sie auf der Seite, mit ausgestreckten Beinen und den Armen entlang des Körpers.

Psychologische Bedeutung nach Idzikowski: Ein geselliger Mensch, der sich in Gruppen wohlfühlt und anderen schnell vertraut – manchmal vielleicht etwas zu schnell.

Auswirkungen auf den Körper: Beim Seitenschlafen kann ein Kopfkissen, das den Abstand zwischen Schulter und Kopf ausfüllt, dabei helfen, den Nacken in einer natürlichen Linie mit der Wirbelsäule zu halten.

Unser Ratgeber Welches Kopfkissen passt zu welcher Schlafposition? hilft Ihnen dabei, ein Kissen zu finden, das zu Ihren Schlafgewohnheiten passt.

6. Die Seestern-Position: Auf dem Rücken mit Armen über dem Kopf schlafen

Bei der Seestern-Position schlafen Sie auf dem Rücken und halten Ihre Arme über dem Kopf oder legen sie um das Kopfkissen.

Psychologische Bedeutung nach Idzikowski: Ein guter Zuhörer, der anderen gerne hilft, ein verlässlicher Freund ist und nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen möchte.

Auswirkungen auf den Körper: Wie die Soldatenposition kann auch die Seestern-Position bei manchen Menschen das Schnarchen fördern.

Die hochgelegten Arme können ausserdem bei bestehenden Schulterproblemen unangenehm sein und gelegentlich Kribbeln oder Taubheitsgefühle begünstigen.

Mit den Armen über dem Kopf schlafen: Was bedeutet das?

Für das Schlafen mit den Armen über dem Kopf gibt es keine wissenschaftlich belegte psychologische oder spirituelle Bedeutung.

In Idzikowskis Umfrage entspricht diese Haltung der Seestern-Position. Er brachte sie mit Menschen in Verbindung, die gut zuhören können und sich lieber im Hintergrund halten.

Diese Interpretation wurde jedoch durch keine wissenschaftliche Studie bestätigt.

Für viele Menschen ist es möglicherweise einfach eine bequeme Gewohnheit, mit den Armen über dem Kopf zu schlafen.

Manche legen ihre Hände gerne in die Nähe des Kissens oder halten ihre Arme lieber etwas vom Körper entfernt. Daraus lassen sich allerdings keine zuverlässigen Rückschlüsse auf die Persönlichkeit ziehen.

Das Schlafen mit hochgelegten Armen kann für manche Menschen unangenehm sein, insbesondere wenn bereits Schulterschmerzen oder andere Schulterprobleme bestehen.

Diese Haltung kann Beschwerden verstärken und manchmal Kribbeln oder Taubheitsgefühle verursachen.

Wenn Sie regelmässig mit Schulterschmerzen oder kribbelnden Armen aufwachen, versuchen Sie, Ihre Arme beim Schlafen etwas tiefer abzulegen. Bleiben die Beschwerden bestehen, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Weitere Schlafpositionen und Gewohnheiten: Was steckt wirklich dahinter?

Diese Gewohnheiten gehören nicht zu den ursprünglichen sechs Schlafpositionen von Idzikowski.

Keine davon hat eine wissenschaftlich belegte psychologische oder spirituelle Bedeutung. Häufig gibt es jedoch ganz einfache praktische Erklärungen.

  • Mit einem Kissen im Arm schlafen: Besonders Seitenschläfer nehmen gerne ein Kissen in den Arm. Es kann den oberen Arm stützen und die Schulter entlasten. Viele Menschen empfinden diese Haltung ausserdem als beruhigend.
  • Mit einem Kissen über dem Kopf schlafen: Häufig soll dadurch Licht oder Lärm abgeschirmt werden. Eine Schlafmaske, Verdunkelungsvorhänge oder Ohrstöpsel können denselben Zweck erfüllen, ohne das Gesicht zu bedecken.
  • Diagonal im Bett schlafen: Oft hängt diese Gewohnheit mit dem verfügbaren Platz oder der Temperatur zusammen. Manche Menschen breiten sich aus, um eine kühlere Stelle der Matratze zu finden.
  • Mit abgeknickten Handgelenken schlafen: Darauf sollten Sie achten, wenn Sie nachts Kribbeln in den Fingern bemerken. Stark gebeugte Handgelenke können den Medianusnerv zusammendrücken und Beschwerden im Zusammenhang mit einem Karpaltunnelsyndrom begünstigen. Sprechen Sie bei entsprechenden Symptomen mit Ihrem Arzt.
  • Mit verschränkten Armen schlafen: Dafür gibt es keine belegte psychologische Bedeutung. Für manche Menschen ist es schlicht eine bequeme Haltung.

Schlafpositionen bei Babys: Was Eltern wissen sollten

Die Schlafposition eines Babys sagt nichts über seine Persönlichkeit aus.

Viele Babys schlafen mit nach oben gestreckten Armen, ähnlich wie bei der Seestern-Position. Diese Haltung ist bei Säuglingen durchaus üblich.

Entscheidend ist jedoch, in welcher Position Sie Ihr Baby zum Schlafen hinlegen.

Legen Sie Ihr Baby zum Schlafen immer auf den Rücken, auf eine feste, ebene Liegefläche ohne Kopfkissen, Bettdecke oder lose Decken.

Sobald sich Ihr Baby selbstständig in beide Richtungen drehen kann, also vom Rücken auf den Bauch und wieder zurück, können Sie es normalerweise seine eigene Schlafposition finden lassen.

Legen Sie es zu Beginn jeder Schlafphase dennoch weiterhin auf den Rücken.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel Ab wann können sich Babys selbstständig drehen?

Welche Schlafposition ist am besten?

Es gibt keine Schlafposition, die für alle Menschen gleichermassen ideal ist.

Die beste Position ist diejenige, in der Sie sich wohlfühlen und morgens möglichst erholt aufwachen, ohne Schmerzen oder Verspannungen im Nacken, in den Schultern oder im Rücken.

Einige praktische Empfehlungen:

  • Wenn Sie schnarchen: Versuchen Sie, auf der Seite statt auf dem Rücken zu schlafen.
  • Wenn Sie Schulterschmerzen oder taube Arme haben: Vermeiden Sie es, mit den Armen über dem Kopf zu schlafen. Holen Sie ärztlichen Rat ein, wenn die Beschwerden bestehen bleiben.
  • Wenn Sie beim Schlafen auf dem Bauch Nackenschmerzen bekommen: Verwenden Sie ein sehr flaches Kopfkissen oder versuchen Sie, auf der Seite einzuschlafen.
  • Wenn Sie auf der Seite schlafen: Wählen Sie ein ausreichend hohes Kissen, damit Ihr Kopf möglichst in einer Linie mit der Wirbelsäule liegt.

Starkes Schnarchen, das von beobachteten Atemaussetzern begleitet wird, nächtliches Aufwachen mit Erstickungsgefühl oder ausgeprägte Tagesmüdigkeit sollten ärztlich abgeklärt werden.

Eine Veränderung der Schlafposition ersetzt keine geeignete Behandlung einer Schlafapnoe.

Häufige Fragen zu Schlafpositionen und ihrer Bedeutung

Was verraten Schlafpositionen über die Persönlichkeit?

Laut der Umfrage von Chris Idzikowski aus dem Jahr 2003 wurde jede Schlafposition mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen verbunden.

Die Embryonalstellung stand für Sensibilität, die Baumstamm-Position für Geselligkeit, der Sehnsüchtige für eine offene, aber vorsichtige Persönlichkeit, der Soldat für Zurückhaltung, der freie Fall für Extraversion und der Seestern für die Fähigkeit, gut zuzuhören.

Keine dieser Interpretationen wurde wissenschaftlich bestätigt.

Warum schlafe ich mit den Armen über dem Kopf?

Meist handelt es sich einfach um eine Gewohnheit oder eine besonders bequeme Haltung.

Manche Menschen legen ihre Hände gerne in die Nähe des Kissens oder halten ihre Arme etwas weiter vom Körper entfernt.

Eine wissenschaftlich belegte psychologische oder spirituelle Bedeutung gibt es dafür nicht.

Wenn Sie regelmässig mit Schulterschmerzen oder Kribbeln in den Armen aufwachen, versuchen Sie, Ihre Arme beim Schlafen tiefer abzulegen. Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn die Beschwerden anhalten.

Was bedeutet es, auf dem Bauch zu schlafen?

In Idzikowskis Umfrage wurde das Schlafen auf dem Bauch, die sogenannte Freier-Fall-Position, mit Menschen verbunden, die nach aussen offen wirken, aber empfindlich auf Kritik reagieren.

Dieser Zusammenhang wurde jedoch wissenschaftlich nicht bestätigt.

Aus körperlicher Sicht kann das Schlafen auf dem Bauch zu Nackenverspannungen führen, weil der Kopf über längere Zeit zur Seite gedreht bleibt.

Welche Schlafposition ist am häufigsten?

In Idzikowskis Umfrage war die Embryonalstellung mit 41 % der Teilnehmenden die am häufigsten genannte Schlafposition.

Innerhalb dieser Befragung kam sie bei Frauen doppelt so häufig vor wie bei Männern.

Diese Ergebnisse sind allerdings nicht repräsentativ für die gesamte Bevölkerung.

Haben Schlafpositionen eine spirituelle Bedeutung?

Es gibt keine wissenschaftlich nachgewiesene spirituelle Bedeutung bestimmter Schlafpositionen.

Die im Internet verbreiteten Deutungen, einschliesslich der Interpretationen von Idzikowski, beruhen auf Beobachtungen oder Überzeugungen und nicht auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

In welcher Position sollte ein Baby schlafen?

Legen Sie Ihr Baby immer auf den Rücken, auf eine feste, ebene Liegefläche ohne Kopfkissen, Bettdecke oder lose Decken.

Sobald Ihr Baby sich selbstständig vom Rücken auf den Bauch und wieder zurückdrehen kann, dürfen Sie es normalerweise seine bevorzugte Schlafposition finden lassen.

Legen Sie es jedoch weiterhin zu Beginn jeder Schlafphase auf den Rücken.

Quellen



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