Bettwäsche für Allergiker: Welche Bettwäsche eignet sich bei welcher Allergie?

Welche Bettwäsche ist die richtige, wenn man unter Allergien leidet? Keine Bettwäsche kann eine Allergie verhindern. Die richtige Wahl kann jedoch dazu beitragen, die Belastung durch Allergene dort zu reduzieren, wo Sie jede Nacht sieben bis acht Stunden verbringen.

Verlassen Sie sich beim Kauf deshalb nicht allein auf die Bezeichnung „hypoallergen“. Achten Sie lieber auf einige konkrete Eigenschaften: pflegeleichte Bettwäsche, die sich gut waschen lässt (bei einer Hausstaubmilbenallergie möglichst bei 60 °C), ein angenehmes und atmungsaktives Gewebe sowie den Verzicht auf unnötige chemische Behandlungen.

Welche Bettwäsche am besten geeignet ist, hängt ausserdem von Ihrer Allergie ab: Pollen, Hausstaubmilben, Haustiere, Federn oder eine empfindliche Haut, die auf neue Textilien reagiert.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bei 60 °C waschbar: Besonders wichtig bei einer Hausstaubmilbenallergie, sofern das Material diese Temperatur verträgt. Bei anderen Allergien kann regelmässiges Waschen gemäss den Pflegehinweisen ausreichen.
  • Angenehmes, atmungsaktives Gewebe: Baumwolle, beispielsweise Perkal oder Satin, fühlt sich angenehm auf der Haut an und ist pflegeleicht. Allerdings ersetzt selbst dicht gewebte Baumwollbettwäsche keinen speziellen Milbenschutzbezug, der das Durchdringen von Allergenen begrenzen soll.
  • Neue Bettwäsche: Waschen Sie diese vor dem ersten Gebrauch.
  • Pollen: Waschen Sie sich abends die Haare, lassen Sie tagsüber getragene Kleidung ausserhalb des Schlafzimmers und trocknen Sie Ihre Wäsche während der Pollensaison möglichst drinnen.
  • Bettwäsche ist nicht dasselbe wie ein Milbenschutzbezug: Bei einer diagnostizierten Hausstaubmilbenallergie kann zusätzlich ein spezieller Schutzbezug für Matratze und Kopfkissen empfohlen werden.
  • Haustiere: Halten Sie Tiere vom Schlafzimmer fern und waschen Sie Textilien, auf denen sie gelegen haben, regelmässig.

Welche Bettwäsche eignet sich bei welcher Allergie?

AllergieWo befinden sich die Allergene im Bett?Was hilft bei der Bettwäsche?
PollenallergiePollen gelangen über Haare, Kleidung und im Freien getrocknete Wäsche ins BettKopfkissenbezüge häufiger wechseln und Bettwäsche während der Pollensaison drinnen trocknen
HausstaubmilbenallergieVor allem in Matratzen, Kopfkissen und BettdeckenBettwäsche, die bei 60 °C waschbar ist, wöchentlich waschen; bei Bedarf spezielle Milbenschutzbezüge verwenden
TierallergieAuf Textilien, auf denen Haustiere gelegen haben, sowie im HausstaubTiere aus dem Schlafzimmer fernhalten und Bettwäsche regelmässig waschen
Allergie gegen Federn oder DaunenIn Kopfkissen und Bettdecken, in denen sich auch Hausstaubmilben befinden könnenAuslösendes Allergen bestimmen lassen und anschliessend die passende Füllung auswählen
Empfindliche Haut und neue BettwäscheRückstände aus Herstellung und TextilveredelungVor dem ersten Gebrauch waschen und gegebenenfalls zertifizierte Textilien wählen

Pollenallergie: So halten Sie Pollen aus Ihrem Bett fern

Etwa 20 % der Schweizer Bevölkerung sind von einer Pollenallergie betroffen.

Pollen entstehen nicht im Schlafzimmer. Sie gelangen über Ihre Haare und Kleidung oder über Wäsche, die im Freien getrocknet wurde, hinein. Sobald sie sich auf dem Kopfkissenbezug ablagern, befinden sie sich während der gesamten Nacht in unmittelbarer Nähe Ihrer Nase.

Einige einfache Gewohnheiten können während der Pollensaison helfen:

  • Waschen Sie sich abends vor dem Schlafengehen die Haare.
  • Wechseln Sie nach dem Nachhausekommen die Kleidung und bewahren Sie tagsüber getragene Kleidungsstücke möglichst nicht im Schlafzimmer auf.
  • Trocknen Sie Ihre Wäsche, insbesondere Ihre Bettwäsche, während der Pollensaison drinnen.
  • Passen Sie das Lüften an die örtliche Pollenbelastung an. Informieren Sie sich über die aktuellen Pollenflugvorhersagen und lüften Sie möglichst dann, wenn die Konzentrationen niedrig sind. Diese hängen von der Pflanzenart, dem Wetter und Ihrem Wohnort ab.
  • Wechseln Sie den Kopfkissenbezug häufiger als die übrige Bettwäsche.

Hausstaubmilbenallergie: Warum Bettwäsche bei 60 °C waschen?

Menschen mit einer Hausstaubmilbenallergie reagieren auf Allergene, die von Hausstaubmilben stammen, insbesondere auf bestimmte Proteine in deren Ausscheidungen. Hausstaubmilben leben vor allem in Matratzen, Kopfkissen und Bettdecken. Dort finden sie Wärme, Feuchtigkeit und abgestorbene Hautschuppen, von denen sie sich ernähren.

Sie vermehren sich besonders gut in warmen und feuchten Umgebungen. Eine dauerhaft niedrige Luftfeuchtigkeit, idealerweise unter 50 %, kann ihre Vermehrung und ihr Überleben einschränken.

Auch die Bettwäsche sammelt Hautschuppen und Rückstände von Hausstaubmilben. Für Menschen mit einer Hausstaubmilbenallergie empfiehlt der Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) Bettwäsche, die bei mindestens 60 °C gewaschen werden kann. Der Immunologie- und Allergiedienst des Universitätsspitals Lausanne (CHUV) empfiehlt ausserdem, Bettlaken, Bettdeckenbezüge und Kopfkissenbezüge einmal pro Woche zu waschen.

Weitere empfohlene Massnahmen betreffen vor allem das Schlafzimmer:

  • Lüften Sie den Raum täglich mindestens eine Stunde.
  • Halten Sie die Raumtemperatur eher niedrig, bei etwa 19 °C.
  • Wischen Sie Staub mit einem feuchten Tuch ab, statt ihn trocken aufzuwirbeln.
  • Verwenden Sie einen Staubsauger mit HEPA-Filter.

Perkal oder Satin, Fadenzahl, chemisch behandelte oder unbehandelte „Anti-Milben-Bettwäsche“: In unserem Artikel Welche Bettwaren eignen sich bei einer Hausstaubmilbenallergie? gehen wir auf diese Fragen ausführlicher ein.

Milbenschutzbezüge für Matratzen und Kopfkissen

Gewöhnliche Bettwäsche und ein spezieller Milbenschutzbezug, auch Encasing genannt, erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ein Encasing umschliesst die Matratze, das Kopfkissen oder die Bettdecke vollständig und soll den Kontakt mit den darin enthaltenen Allergenen reduzieren.

Das CHUV empfiehlt bei einer Hausstaubmilbenallergie die Verwendung eines solchen Schutzbezugs für die Matratze. Entsprechende Bezüge sind auch für Kopfkissen und Bettdecken erhältlich. Je nach Modell können diese Schutzbezüge bei 60 °C gewaschen werden. Das CHUV nennt einen Austausch nach ungefähr zehn Jahren. Beachten Sie jedoch stets die Pflege- und Nutzungshinweise des Herstellers und ersetzen Sie beschädigte Bezüge.

Ein Milbenschutzbezug kann die Belastung durch Allergene reduzieren, garantiert jedoch nicht, dass die Allergiesymptome vollständig verschwinden.

Das Spannbettlaken, der Bettdeckenbezug und der Kopfkissenbezug werden über diesen Schutzbezügen verwendet und deutlich häufiger gewaschen. Besonders wichtig ist der Kopfkissenbezug: Ihr Gesicht liegt die ganze Nacht direkt darauf, sodass sich mögliche Allergene in unmittelbarer Nähe von Augen und Atemwegen befinden.

Federallergie: Sollte man auf Daunendecken und Federkissen verzichten?

Wenn Sie auf ein Federkissen oder eine Daunendecke reagieren, bedeutet das nicht automatisch, dass Sie gegen die Federn selbst allergisch sind. Auch Füllungen aus Federn und Daunen können Hausstaubmilben beherbergen, die für die Beschwerden verantwortlich sein können.

Einige Gesundheitseinrichtungen empfehlen Allergikern deshalb, synthetische Kopfkissen und Bettdecken zu verwenden. Eine im Jahr 2000 veröffentlichte Cochrane-Übersichtsarbeit, deren Literaturrecherche 2009 aktualisiert wurde, kam jedoch zu dem Schluss, dass die verfügbaren wissenschaftlichen Daten nicht ausreichen, um festzustellen, ob Bettwaren mit Federfüllung oder synthetischer Füllung für Menschen mit Asthma besser geeignet sind.

Am zuverlässigsten ist es deshalb, das auslösende Allergen von einem Arzt oder Allergologen bestimmen zu lassen und anschliessend die passende Füllung auszuwählen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Artikeln über Kopfkissen für Allergiker und Schafwolldecken für Allergiker.

Tierhaarallergie: So reduzieren Sie Allergene in Ihrer Bettwäsche

Bei einer sogenannten Tierhaarallergie sind normalerweise nicht die Tierhaare selbst für die allergische Reaktion verantwortlich. Auslöser sind vielmehr bestimmte Proteine, die beispielsweise im Speichel, in Hautschuppen und im Urin der Tiere vorkommen. Diese Allergene können sich an den Haaren festsetzen und anschliessend auf Textilien und im Hausstaub verteilen.

Um die Belastung zu reduzieren:

  • Halten Sie Haustiere möglichst vollständig aus dem Schlafzimmer fern.
  • Waschen Sie Bettwäsche und andere Textilien, auf denen die Tiere gelegen haben, regelmässig.
  • Verwenden Sie einen Staubsauger mit HEPA-Filter und lüften Sie Ihre Wohnung regelmässig.
  • Wenn die Beschwerden anhalten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Allergie gegen neue Bettwäsche: Warum sollte man sie vor dem ersten Gebrauch waschen?

Juckreiz oder Hautrötungen nach dem Schlafen in neuer Bettwäsche können durch Stoffe verursacht werden, die bei der Herstellung oder Veredelung der Textilien eingesetzt wurden. Bei Untersuchungen von Kleidung und Schuhen hat die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz (Anses) Substanzen nachgewiesen, die allergische Reaktionen oder Hautreizungen auslösen können, darunter Formaldehyd und Nonylphenole. Die Behörde empfiehlt deshalb, neue Textilien, die direkt mit der Haut in Kontakt kommen, vor dem ersten Tragen entsprechend den Pflegehinweisen des Herstellers zu waschen.

Für Bettwäsche gilt dieselbe sinnvolle Vorsichtsmassnahme: Waschen Sie neue Bettlaken und Bettbezüge vor der ersten Nacht. Wenn Sie empfindliche Haut haben, sollten Sie ausserdem auf ein geeignetes Waschmittel achten. Bei Bedarf kann ein parfümfreies Waschmittel sinnvoll sein. Vermeiden Sie es zudem, mehr Waschmittel als empfohlen zu verwenden.

Die Zertifizierungen GOTS und OEKO-TEX stellen unterschiedliche Anforderungen an Textilien und bestimmte unerwünschte Substanzen. Sie können bei der Auswahl von Bettwäsche eine hilfreiche Orientierung bieten. Allerdings garantiert keine dieser Zertifizierungen, dass ein Textil bei allen Menschen frei von allergischen Reaktionen bleibt.

Zizzz Bettwäsche für Allergiker

Unsere Bettwäsche besteht aus Bio-Baumwolle, einem natürlichen, atmungsaktiven Material, das sich angenehm auf der Haut anfühlt. Sie ist keine Behandlung gegen Allergien, bietet jedoch eine pflegeleichte Möglichkeit für die Gestaltung Ihres Bettes.

Wir bieten zwei verschiedene Gewebearten an. Beide sind bei 60 °C waschbar und kommen ohne chemische Anti-Milben-Behandlung aus:

  • GOTS-zertifizierter Bio-Perkal: 220 Fäden, 132 g/m², mit einer angenehm frischen, glatten und matten Oberfläche. Eine gute Wahl, wenn Ihnen nachts häufig zu warm wird.
  • Ungefärbter Bio-Baumwollsatin (Ecru): 276 Fäden, 120 g/m², mit einer besonders glatten und seidig weichen Oberfläche.

Beide Gewebe sind in unserem Bettwäsche-Sortiment als Bettdeckenbezüge, Spannbettlaken und Kopfkissenbezüge erhältlich.

Häufiges Waschen bei 60 °C kann Baumwolle schneller beanspruchen als das Waschen bei 40 °C. Wenn Sie Ihre Bettwäsche jede Woche wechseln, können Sie ihre Lebensdauer verlängern, indem Sie zwei Bettwäsche-Sets abwechselnd verwenden.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Wenn Sie regelmässig niesen, unter einer verstopften Nase leiden oder vor allem nachts beziehungsweise morgens husten, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Das gilt auch, wenn Sie Asthma haben. Allergietests können dabei helfen, die konkreten Auslöser Ihrer Beschwerden zu identifizieren. So vermeiden Sie möglicherweise, Ihre gesamte Bettwäsche unnötig auszutauschen. Auch das aha! Allergiezentrum Schweiz bietet Informationen und praktische Tipps für Menschen mit Allergien.

Häufig gestellte Fragen zu Bettwäsche für Allergiker

Welche Bettwäsche eignet sich am besten für Allergiker?

Wählen Sie angenehme, atmungsaktive und pflegeleichte Bettwäsche, beispielsweise aus Baumwollperkal oder Baumwollsatin, möglichst ohne unnötige chemische Behandlungen. Waschen Sie neue Bettwäsche vor dem ersten Gebrauch. Bei einer Hausstaubmilbenallergie sollten Sie Bettwäsche bevorzugen, die bei 60 °C gewaschen werden kann, und diese einmal pro Woche waschen. Zusätzlich kann ein spezieller Milbenschutzbezug für Matratze und Kopfkissen empfehlenswert sein.

Kann man gegen neue Bettwäsche allergisch sein?

Juckreiz oder Hautrötungen können durch Substanzen verursacht werden, die bei der Herstellung oder Veredelung von Textilien verwendet werden. Waschen Sie neue Bettwäsche deshalb vor dem ersten Gebrauch. Wenn die Beschwerden auch nach dem Waschen anhalten, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Sollte man bei Allergien auf Federkissen und Daunendecken verzichten?

Nicht unbedingt. Eine allergische Reaktion kann durch Hausstaubmilben ausgelöst werden, die sich in der Füllung befinden, und nicht durch die Federn selbst. Lassen Sie das auslösende Allergen von einem Arzt oder Allergologen bestimmen, bevor Sie Ihre Bettdecke oder Ihr Kopfkissen austauschen.

Bei welcher Temperatur sollte man Bettwäsche bei einer Hausstaubmilbenallergie waschen?

Waschen Sie Bettlaken, Bettdeckenbezüge und Kopfkissenbezüge bei 60 °C, sofern das Material diese Temperatur verträgt. Diese Waschtemperatur wird empfohlen, um Hausstaubmilben abzutöten. Bei anderen Allergien kann regelmässiges Waschen gemäss den Pflegehinweisen des Herstellers ausreichen.

Ersetzt ein Milbenschutzbezug die normale Bettwäsche?

Nein. Ein spezieller Milbenschutzbezug umschliesst die Matratze, das Kopfkissen oder die Bettdecke vollständig. Die normale Bettwäsche wird darübergezogen und wesentlich häufiger gewaschen. Beide erfüllen unterschiedliche, sich ergänzende Aufgaben.

Wie oft sollte man die Bettwäsche bei einer Hausstaubmilbenallergie wechseln?

Waschen Sie Ihre Bettlaken, Bettdeckenbezüge und Kopfkissenbezüge einmal pro Woche. Während der Pollensaison kann es zusätzlich helfen, den Kopfkissenbezug noch häufiger zu wechseln.

Quellen



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